Zensus Was ist neu beim Zensus 2022?

Pressemitteilung Nr. 08 vom 30.03.2022

  • Online-Teilnahme steht im Vordergrund
  • Themenfeld Wohnen: Neue Fragen zu Miete, Energieträger der Heizung und Leerstand
  • Stichproben-Befragungen für kleine Gemeinden ausgeweitet
  • Bereitstellung der Ergebnisse bereits im November 2023

WIESBADEN – Ab Mai 2022 führen die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zum zweiten Mal einen registergestützten Zensus durch. Im Vergleich zum Zensus 2011 wurden für den Zensus 2022 insbesondere folgende Punkte in der Vorbereitung und Durchführung optimiert.

Beantwortung der Fragen erfolgt größtenteils online
Beim Zensus 2022 steht der Online-Fragebogen im Fokus der Erhebungen. 2011 erfolgte die Beantwortung der Fragen mehrheitlich noch in persönlichen Interviews oder auf Papier-Fragebogen. Der Zensus 2022 dagegen verfolgt das Ziel, dass möglichst viele Befragte online antworten. „Die Vorteile dieses Vorgehens liegen auf der Hand, denn die Online-Meldung ist schneller und außerdem weniger fehleranfällig als die Papier-Version“, erklärt Katja Wilken, Gesamtprojektleiterin des Zensus 2022 beim Statistischen Bundesamt. „Die Befragten können den Online-Fragebogen bequem auf dem Smartphone, Tablet oder Computer ausfüllen – wann sie wollen und wo sie wollen.“
In mehreren Tests wurden Nutzungsfreundlichkeit, Akzeptanz und Praxistauglichkeit der Online-Fragebogen erprobt. Zum Start der Befragungen im Mai 2022 ist der Einstieg in den Fragebogen über die Website www.zensus2022.de schnell und einfach möglich.
Online-Fragebogen sind zudem ressourcenschonender: „Alle Papier-Fragebogen der Gebäude- und Wohnungszählung aus 2011 hätten übereinandergestapelt den Mount Everest mit seinen 8 848 Metern übertroffen“, sagt Katja Wilken. Weniger Papier-Fragebogen bedeuten auch ein geringeres Versandaufkommen und dadurch weniger CO2-Ausstoß.

Neue Fragen zu Nettokaltmiete, Energieträger und Leerstand
Bei der Gebäude- und Wohnungszählung gibt es insgesamt drei neue Themen, die eine exaktere Planung der Wohnraumpolitik ermöglichen. Im Vergleich zum Zensus 2011 werden dieses Mal die zusätzlichen Merkmale Nettokaltmiete, Energieträger der Heizung sowie Dauer und Gründe eines Leerstands erfragt. Vor dem Hintergrund des aktuellen Wohnraummangels und der Bedeutung der Energiefrage spielen diese Ergebnisse eine besondere Rolle.

Stichproben-Befragungen in kleinen Gemeinden ausgeweitet
Beim Zensus 2022 wird die Stichproben-Befragung zur Korrektur der Melderegister auch in Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnerinnen und Einwohnern durchgeführt. „Der Zensus 2011 hat gezeigt, dass auch in den kleinen Gemeinden die Fehler- und Korrekturquote in den Melderegistern höher war, als vorab vermutet“, begründet Katja Wilken die Anpassung. Der Gesetzgeber hat daher nach dem Urteil vom Bundesverfassungsgericht im Jahr 2018 Anpassungen vorgenommen, um die Qualität der Ergebnisse weiter zu verbessern.
Weitere Informationen zu den Registerdaten und der Stichprobengröße erfahren Sie im Interview mit Steffen Seibel vom Statistischen Bundesamt.

Schnellere Ergebnisbereitstellung
Im November 2023 sollen alle Ergebnisse des Zensus veröffentlicht werden. Beim Zensus 2011 erfolgte die Veröffentlichung der Ergebnisse deutlich später.

Weitere Informationen zum Zensus 2022, Factsheets sowie Bilder zum Abdruck finden Sie auf www.zensus2022.de.

Bei Interesse vermitteln wir Ihnen gern Interviewpartnerinnen und -partner rund um die Themen des Zensus.

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