FAQ Wohnheime und Gemeinschaftsunterkünfte

Was ist ein Sonderbereich?

Ein Wohnheim oder eine Gemeinschaftsunterkunft werden im Rahmen der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen als solche definiert. Die Bewohnerinnen und Bewohner an Anschriften mit Gemeinschaftsunterkünften können oder dürfen nicht über das normale, registergestützte Zensusverfahren erhoben werden. Die Erhebung von persönlichen Merkmalen der in einer Einrichtung lebenden Person kann etwa die Gefahr der sozialen Benachteiligung für die Bewohner/-innen bergen (JVAs, Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge). Eine persönliche Befragung kann durch den Gesundheitszustand der Bewohner erschwert werden (Altenpflegeheim, Hospiz).

Was ist eine Gemeinschaftsunterkunft?

Gemeinschaftsunterkünfte dienen in der Regel einer längerfristigen Unterbringung und Versorgung von Personen mit einem speziellen Unterbringungsbedarf. Die Bewohnerinnen und Bewohner führen keinen eigenen Haushalt. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften werden in der Unterkunft durch den Betreiber betreut und/oder versorgt und verfügen über gemeinsam zu nutzende Räume. Ein Wohngebäude wird nicht als Gemeinschaftsunterkunft erfasst, wenn zwar einzelne Wohngruppen oder einzelne Wohngemeinschaften des betreuten Wohnens oder Außenwohngruppen aller Bereichsarten zu finden sind, der Hauptzweck des Gebäudes aber nicht die Nutzung als eine solche Einrichtung ist. Bei der Haupterhebung zum Stichtag am 15. Mai 2022 werden die Einrichtungsleitungen die Bewohnerinnen und Bewohner Ihrer Einrichtungen melden.

Welche Daten werden im Rahmen der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen erhoben?

Im Rahmen der Erhebung an Anschriften mit Sonderbereichen werden Fragen zu Art und zum Zweck der Einrichtung, Anzahl der dort vorhandenen Plätze, Besonderheiten in der Anschrift (etwa Nebeneingänge oder weitere Gebäudeteile) sowie zu geplanten Veränderungen in den Einrichtungen bis zum Zensusstichtag gestellt.

Werden Personen an Sonderbereichen bei der Ermittlung der Einwohnerzahl berücksichtigt?

Personen werden dann mit Hauptwohnsitz am Ort des Sonderbereiches gezählt, wenn sie nach geltendem Recht dort gemeldet sein müssten. Wenn Personen in Einrichtungen wohnen, für die eine reguläre Meldepflicht besteht (etwa Studentenwohnheime), dann werden sie dort auch als Einwohner gezählt. Bei Einrichtungen, für die eine Ausnahme von der Meldepflicht gilt (etwa Pflegeheime), ist es möglich, dass die Zählung nicht dort erfolgt. Eine Person in einem Pflegeheim muss dort nicht gemeldet sein, sofern sie an einem anderen Ort in Deutschland mit Hauptwohnsitz gemeldet ist.

Wie lange dauert das Ausfüllen des Fragebogens der Befragung an Anschriften mit Sonderbereichen?

Das Ausfüllen des Erfassungsbogens für die Erhebung an Gemeinschaftsunterkünften beträgt bei der Eingabe der Daten etwa 1 Minute pro Bewohnerin/Bewohner. Bei Import einer vorliegenden Datei verkürzt sich die Dauer. Für die Befragung an Wohnheimanschriften gilt: Ein Teil der Befragten an Wohnheimen muss nur wenige Fragen beantworten, die für die Ermittlung der Einwohnerzahl relevant sind. Die Beantwortung dieses Fragebogens nimmt nur wenige Minuten in Anspruch. Wenn die Befragten an Wohnheimen auch Angaben zu weiteren Merkmalen wie zum Beispiel Bildung oder Erwerbstätigkeit machen müssen, dauert die Bearbeitung des Fragebogens etwa 10-15 Minuten pro Person.


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